Der Islamkritikerkritiker #2

Zur Zeit haben Islamkritikerkritiker offenbar Hochkonjunktur. Nach Patrick Bahners meldet sich jetzt ein umstrittener Professor aus Erlangen zu Wort, der sich von einer muslimischen Islamkritikerin auf den Schlips getreten fühlt, weil die in der FAZ vom 15. Januar 2011 seine notorischen Beschwichtigungen und Schönfärbereien öffentlich kritisierte. Er schreibt eine Replik in der FAZ vom 22. Februar 2011, was sein gutes Recht ist und im Rahmen einer vernünftigen Streitkultur sogar höchst erwünscht (s.a. Politically Incorrect: Links-Absolutismus).

Der umstrittene Professor wählt allerdings einen unglücklichen Einstieg, nämlich die Tränendrüse, ein irrationales »Argument« also, mit dem er insinuieren will, Islamkritik habe Brandanschläge und Mord und Totschlag zur Folge. Im weiteren Verlauf seiner Replik versteigt sich der Professor zu der Behauptung, daß diejenigen, die eine Unvereinbarkeit von  demokratischem  Rechtsstaat und Islam konstatieren Extremisten seien (unterschwellig klingt ein »Wegbereiter jener Verbrechen« mit), die den schönen Traum von der kulturellen Vielfalt ohne jeden aus dem Wesen des Islam sich herleitenden Anlaß torpedieren.

Das würde heißen, daß Rohe auch seinen berühmten Kollegen Karl Albrecht Schachtschneider zur Riege der Extremisten zählt, der unlängst in einer Untersuchung über die Anwendbarkeit von Art. 4 GG auf die Polit-Religion Islam (»Grenzen der Religionsfreiheit am Beispiel des Islam«), zu dem Schluß kam (S. 120):

»Der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern auch und wesentlich ein Rechtssystem. Als solches kann der Islam das Grundrecht der ungestörten Religionsausübung nicht in Anspruch nehmen«.

Auf seiner Homepage spitzt Prof. Schachtschneider das Thema noch zu, indem er von der »Verfassungswidrigkeit islamischer Religionsausübung in Deutschland« spricht und dies im Einzelnen  begründet. In einem Interview (Sezession 40/Februar 2011) weist Schachtschneider zudem auf das Dilemma der deutschen Dhimmi-Politik bezüglich Art. 20 GG »Widerstandsrecht« hin:

»Es kann kein Widerstandsrecht aller Deutschen gegen jeden, der unsere Verfassungsordnung zu beseitigen trachtet, und zugleich ein Grundrecht geben, dies zu unternehmen. Der Islam würde sein Wesen als Lebens- und Rechtsordnung aufgeben, wenn er sich säkularisieren wollte oder sollte.«

Mathias Rohe taucht in Schachtschneiders Untersuchung verschiedentlich als Sachquelle auf. Interessanter sind jene Fußnoten, denen man eine Einschätzung der fachlichen Qualifikation entnehmen kann. So etwa, daß Rohe »fern einer konsistenten Lehre von der demokratischen Republik und deren Gesetzlichkeit« argumentiere (Fußnote 113), zum Thema Todesstrafen und Hinrichtungen wegen Apostasie »die typischen Relativierungen« islamischer Menschenrechtsverstöße auftischt (Fußnoten 360, 449), dito bezüglich Frauendiskriminierung (452; 460) und im Muezzinruf keine politische Propaganda zu erkennen vermag, »als wenn er nicht wüßte, was der Gebetsruf aussagt.« (385). Rohe argumentiere durchgehend »beschwichtigend« (446) und stelle Behauptungen »ohne jede literarische oder gar rechtswissenschaftliche Vertiefung« auf (389). Und das alles im Solde des Steuerzahlers.

Der Arabist Tilman Nagel unterzieht Rohes „Das islamische Recht“ (2009) einer vernichtenden Kritik.

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