Wirtschaftsweiser fordert Volksbefragung zur Euro-Rettung

Das wird die selbstherrliche Kleptokratenkaste nicht gerne hören: Statt uns alternativlos in die Tasche zu greifen, sollen wir erst mal gefragt werden. Die FAZ meldet (19.1.2011, S. 9):

Der designierte „Wirtschaftsweise“ Lars Feld hat eine Volksbefragung für den Fall einer Aufstockung des Euro-Rettungsschirms gefordert. „Wenn über eine Ausweitung des 750-Milliarden-Rettungsschirms für überschuldete Euro-Staaten gesprochen wird, dann sollte über eine so wichtige Frage in der EU das Volk abstimmen“, sagte der Freiburger Finanzwissenschaftler dieser Zeitung. Eine Erhöhung des tatsächlichen Ausleihevolumens des Rettungsfonds EFSF, der nominell 440 Milliarden Euro umfasst, würde Deutschland noch mehr Kosten und Risiken bringen, warnte Feld. Er bezweifelte, ob Griechenland je in der Lage sein werde, seine Schulden voll zurückzuzahlen. Es müsste eine Umschuldung von Peripheriestaaten wie Griechenland und Irland geben, forderte er. An den Verlusten müssten die privaten Gläubiger beteiligt werden.

In einem Porträt des in Freiburg lehrenden Wirtschaftswissenschaftlers ist ergänzend zu lesen („Ein Wirtschaftsweiser mit Schweizer Brille“):

Die größte Gefahr sieht Feld derzeit in der Entwicklung der europäischen Schuldenkrise. „Wir müssen wegkommen von den Rettungsschirmen und hin zu einer Insolvenzordnung“, fordert er. Im Klartext: Die Peripheriestaaten und ihre Gläubiger sollen nicht dauerhaft vom deutschen Steuerzahler gestützt werden, sondern einen Schuldenschnitt durchführen. „Der Übergang wird schwierig“, gibt Feld zu. Dennoch sieht er dies als einzigen Weg, damit die Währungsunion nicht in eine Transferunion verkommt. […]

Aufgrund seiner Forschung ist er überzeugt, dass die Bürger mehr an der Politik beteiligt werden sollten. „Ich bin für mehr direkte Demokratie. In wichtigen Fragen wie etwa zum Euro müssen die Bürger gefragt werden.“

Die Botschaft hör‘ ich wohl mit Wohlgefallen, allein: Die herrschende Kleptokratenklasse wird einen Teufel tun, den Souverän (uns…, das Staatsvolk) für ihren Raubzug um Erlaubnis zu fragen.

s.a. Über das Geld, das die Deutschen nicht wollten

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