Die Methode des Herrn Juncker

In einem bemerkenswerten Kommentar vom 9.12.2010 hat FAZ-Mitherausgeber Holger Steltzner dem Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker gehörig die Leviten gelesen. Weil Bundeskanzlerin Merkel Euro-Anleihen ablehnt, schlägt Juncker verbal um sich und wirft ihr uneuropäisches Verhalten vor! Den Hinweis Steltzners auf Junckers hochheiliges Versprechen – vor Einführung des Euro natürlich -, die Währungsunion werde auf gar keinen Fall eine Transferunion, muß man als Teil der notorischen Desinformationsmethode Junckers sehen, dem es um Entdemokratisierung durch Entmachtung der europäischen Staatsvölker geht (und um den Griff v.a. in deutsche Taschen). Peter Gauweiler verdanken wir Aufklärung über die Juncker-Methode:

„Bekanntlich hat Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker 1999 die Demokratie in der EU wie folgt erklärt: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es kein Geschrei gibt, weil die meisten gar nicht begreifen, was beschlossen wurde, machen wir weiter: Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.““

JF-Interview 21.8.2009

So lange sich die Völker Europas solche Typen als Führungspersonal leisten, wird die Entdemokratisierung ungebremst fortschreiten. Damit sich das ändert, bedarf es offenbar noch einiger Aufklärung, zu der Kommentare wie der von Holger Steltzner ihr Schärflein beitragen mögen:

Holger Steltzner

Hungersnot in Euroland

Der Chef der Eurogruppe schlägt um sich. Weil Angela Merkel nach der „Rettung“ von Griechenland, Irland und den Banken nicht auch noch gemeinsame Euro-Anleihen auflegen will, greift Jean-Claude Juncker die Bundeskanzlerin frontal an. „Deutschland denkt da ein bisschen simpel“, belehrt der Luxemburger sie. Es sei sehr uneuropäisch, Tabuzonen zu errichten.

Ist es europäisch, die EU-Verträge zu beugen und das Verbot der Solidarhaftung zu brechen? Wenn eine von allen Mitgliedsländern garantierte Euro-Anleihe aufgelegt wird, damit Staaten mit schlechtem Ruf niedrigere Zinsen bekommen, dann zahlen hierfür die Länder mit guter Bonität mit höheren Zinsen. Diese finanzmathematischen Fakten gelten, auch wenn Juncker noch so oft das Gegenteil behauptet. Gemeinschaftsanleihen machen aus nationalen Schulden Gemeinschaftsschulden.

Bezahlen müssten das Bürger, Betriebe und Steuerzahler in Niedrigzinsländern mit einem höheren Einheitszins. Die Währungsunion würde zur Transferunion. Undenkbar, versprach Juncker früher einmal: „Es gibt sowenig zusätzliche Transferleistungen in Europa wie eine Hungersnot in Bayern.“ Das war vor der Einführung des Euro.

FAZ 9. Dezember 2010, S. 11

s.a.
„Die rote Linie“

Der Gekränkte Monsieur Juncker

Gefährliche Bürgschaften
„Folgte die Eurogruppe dem Plan ihres Vorsitzenden Juncker, säßen eines Tages nicht mehr die Bürgen am Ruder, sondern die verschuldeten Staaten. Mehr noch als die höheren Zinsen, fürchten deutsche Fachleute ein Ende der Budgetdisziplin.“





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Eine Antwort zu Die Methode des Herrn Juncker

  1. Karin schreibt:

    Dein Block beweist, dass Jean-Claude Juncker recht hatte: Deutschland denkt zu simpel.
    Wir könnten ja wahlweise, einer der PIIGS Staaten pleite gehn lassen, dann kuckt Deutschland morgen genauso blöd aus der Wäsche, wie Irland und Griechenland.
    Ich würde mir auch ncit unbedingt, Artike aus der FAZ suchen, die durch zufall genau das erzählen was dir passt.
    Ich habe von genügend Leuten gehört, die meinten Euro Bonds wären auch eine gute Lösung für Deutschland. Das ist also nicht so einseitig wie du versuchst das darzustellen. Die Euro-Bonds haben positive und negative Auswirkungen. Aber das Geld was ihr jetzt den PIIGS Staaten verleiht, werdet ihr höchstwahrscheinlich auch nciht zurück kriegen.

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