Broder in der Provinz: „Deutschland hat sich längst abgeschafft“

Da staunten die Leser der Fuldaer Zeitung nicht schlecht. An eher politisch „korrekte“ Kost gewohnt, lasen sie in der Ausgabe vom 24. November ein Interview mit Henryk M. Broder, bei dem die Redakteure ob der ungewohnt deutlichen Worte in Sachen Sarrazin spürbar um Fassung rangen.

Anlaß des Interviews war die mehrteilige ARD-Dokumentation „Entweder Broder“, für die der Provokateur No 1 der Republik zusammen mit dem ägyptischstämmigen Islamkritiker Hamed Abdel-Samad Deutschland bereiste. Hier die Passage über Islamismus und Sarrazin:

Ist der Islamismus das Grundübel unserer Zeit?
Der Islamismus wird zumindest unterschätzt – nicht nur hierzulande. Das Problem ist, dass wir in Deutschland immer noch unter dem Eindruck von Hitler leben und die Welt noch mit den Augen des Ost-West-Konfliktes beobachten. Aber das geht nicht. Wir erleben einen asymmetrischen Krieg. Terroristen bomben und morden, und wenn sie dabei erwischt werden, berufen sie sich auf Gott. Das ist irrsinnig. Die müssen noch, wie Christen und Juden, durch das Fegefeuer der Aufklärung gehen und lernen, dass man den Koran nicht wörtlich nehmen darf.

War die durch Sarrazin ausgelöste Integrationsdebatte in dieser Hinsicht hilfreich?
Sehr hilfreich. Auch wenn es keine Integrations-, sondern vor allem eine Islamdebatte war. Und wir reden dabei auch nicht über alle Moslems. Aber die Debatte war klasse. Das waren großartige Wochen in Deutschland.

Schafft sich denn Deutschland wirklich ab, wie Sarrazin behauptet?
Deutschland hat sich längst abgeschafft, wir haben doch heute hier eine ganz andere Bevölkerung als vor 30 Jahren. Ganz Europa hat sich abgeschafft, die Österreicher, Holländer und ganz besonders die Engländer.

Ein Vorwurf, den man Sarrazin macht, lautet, dass er die Fremdenfeindlichkeit durch seine Thesen schürt.
Durch Sarrazin wird doch niemand zum Rassisten. Die Reaktionen waren hysterisch. Ich verstehe die Aufregung nicht. Als der stellvertretende Chefredakteur des ZDF, Elmar Theveßen, in einem Kommentar im „Heute-Journal“ sagte: „Thilo Sarrazin verlässt den Konsens der Demokratie“, hätte sich der Boden unter seinen Füßen auftun und ihn verschlucken müssen.

Sie üben keinerlei Kritik an Sarrazin?
Ich schätze ihn sehr. Wenn man ihm etwas vorwerfen kann, dann, dass er ziemlich humorlos ist. Deswegen ist er ja noch immer in der SPD.

Und seine These vom Juden-Gen?
So etwas in der Art gibt es. Es gibt Spezifikationen, es gibt kollektive Eigenschaften. Ich hatte zum Beispiel mal eine Krankheit, die gehäuft unter osteuropäischen Juden vorkommt. Dieser Satz von Sarrazin war doch nur ein gefundenes Fressen, um ihn auszuhebeln. Ich frage mich: Warum zucken die Menschen gerade bei den „Juden-Genen“ zusammen und nicht, wenn Ahmadinedschad „das Krebsgeschwür Israel“ von den Seiten der Geschichte entfernen möchte?

Das gesamte Interview im Wortlaut.

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