„Spätstalinistischer Kindergarten“? – Nachbetrachtungen zur „Kritischen Islamkonferenz“

Nachdem ich neulich von der vielsagenden Ausladung des Islamkritikers Rolf Stolz von der „Kritischen Islamkonferenz“ berichtet habe, hat diese nun stattgefunden und auch Rolf Stolz durfte durch ein Hintertürchen hereingelassen als clandestiner Beobachter daran teilnehmen.

Von Conny Maier – Geschäftsführer der „Bürgerbewegung PAX EUROPA“ – erreichte mich nun ein Einschätzung, die es wert ist, diskutiert zu werden:

Nachbetrachtungen zur „Kritischen Islamkonferenz“
(31. Mai/1. Juni 2008 in Köln)

Das Positivste an der „Kritischen Islamkonferenz“ ist rückblickend betrachtet, die Tatsache, dass sie überhaupt zustande kam. Dies war
keinesfalls so selbstverständlich. Ist es schon nicht ganz einfach eine derartige Konferenz mit gleich fünf verschiedenen Veranstaltern inhaltlich und organisatorisch auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu organisieren, so gab es bis kurz vor Konferenzbeginn massiven Druck reaktionärer Kreise auf die Universitätsverwaltung, für diese Veranstaltung keine Universitätsräume zur Verfügung zu stellen. Es ist dem Geschick und dem Einsatz des Vorstandssprechers der Giordano- Bruno- Stiftung, Michael Schmidt- Salomon, zu verdanken, dass die „Kritische Islamkonferenz“ nicht schon zu Ende war bevor sie begonnen hatte.

Überschattet freilich war die Veranstaltung schon im Vorfeld durch die kleinkarierte Ausladung von Rolf Stolz, Gründungsmitglied der GRÜNEN und langjähriger profunder Islamexperte und -kritiker, durch das
Veranstalterkomitee. Das vermag jedoch einen sturmerprobten Altachtundsechziger nicht davon abhalten, trotzdem zu kommen. Und so wurde ihm erwartungsgemäß eine Eintrittskarte verwehrt. Angeblich lag der Ausladung ein Mehrheitsbeschluss der Veranstalter zugrunde. Auf Nachfrage teilten jedoch drei der fünf Mitveranstalter mit, dass sie selbst nichts gegen eine Teilnahme des Publizisten einzuwenden hätten, was erhebliche Zweifel daran offen lässt, wie demokratisch der Beschluss zustande
gekommen ist. So bedurfte es der schwergewichtigen Autorität eines Ralph Giordano, Eröffnungsredner der Konferenz, der über alle Einwände hinweg Rolf Stolz den Zugang zur Konferenz wenigstens am Samstag ermöglichte.

Die vorgebrachte Begründung für die Ausladung (seine Gastbeiträge in der konservativen Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT [Peter Krause lässt grüßen], wobei auf den Inhalt seiner Kommentare gar nicht eingegangen wird) hätte absurder nicht ausfallen können und die Drahtzieher waren augenscheinlich schnell ausgemacht. Der Mitveranstalter „3.Welt Saar“, vornehmlich vertreten durch Klaus Blees und besonders lautstark durch deren Geschäftsführer Roland Röder, der seinerseits keinerlei Skrupel hat, mit von den Verfassungsschutzbehörden beobachteten Verfassungsfeinden wie den Salonstalinisten der MLPD und den Altkommunisten des VVN- BdA. gemeinsame Sache zu machen (so geschehen am 7.4.2003 anlässlich einer sog. „Friedensdemo“ in Saarbrücken), verunglimpfte Rolf Stolz öffentlich als „rechtsextrem“, „ausländerfeindlich“ und gar als „braun“.

Dass diese Einschätzung von den Konferenzteilnehmern mehrheitlich nicht geteilt wurde, zeigte sich bei der Verabschiedung der Abschlusserklärung. Eine von Röder in letzter Minute vorgeschlagene Einfügung einer Ausgrenzungsklausel „gegen Rechts“ (was wohl seiner Meinung nach alles jenseits von linksextrem beinhaltet) wurde von den Teilnehmern mit überwältigender Mehrheit abgeschmettert, wobei zudem völlig unverständlich scheint, was eine solche Klausel in einem an die Öffentlichkeit und an die Regierung gerichteten Forderungskatalog für einen Sinn ergibt.

Trotz dieser überflüssigen wie dummen Grabenkämpfe (Zitat Stolz: „spätstalinistischer Kindergarten“) gab es auch Erfreuliches zu berichten. Die beeindruckende und emotionsgeladene Rede von Ralph Giordano, wobei jeder Satz wie ein donnernder Paukenschlag auf die islamophilen Kulturrelativisten und die Profiteure der schleichenden Islamisierung niederging, wurde mit frenetischem Applaus bedacht. Die mutige und entschlossene Vorsitzende des Zentralrats der Ex- Muslime, Mina Ahadi, erinnerte in bewegenden Worten, dass Menschenrechte nicht teilbar sind und auch Frauen aus dem mohammedanischen Kulturkreis ein Recht auf Selbstbestimmung haben, das ihnen aber durch die islamophilen Multikulturalisten hierzulande verwehrt wird. Ehsan Jami (ZdE Niederlande) formulierte es so: „Die Sozialisten lösen dieses Problem nicht, sondern sind selbst ein Teil des Problems“. Hartmut Krauss (Hintergrund-Redaktion) stellte richtigerweise fest, dass der Islam keine Religion im Sinne von Artikel 4 des Grundgesetzes ist, sondern eine antiemanzipatorische Politreligion die danach strebt, die gesamte Lebensführung der Muslime einerseits, aber auch der Nichtmuslime durch die Scharia zu reglementieren und demnach nicht unbegrenzt den Schutz der Religionsfreiheit genießen kann. Damit greift er eine wesentliche Forderung der BÜRGERBEWEGUNG PAX EUROPA auf, die selbst in islamkritischen Kreisen bisher wenig Resonanz fand.

Die Phalanx der Islamfreunde, die die tatsächliche Verantwortung dafür tragen, dass Islamkritik verpönt, totgeschwiegen und in die rechte Schmuddelecke abgedrängt wird, teilt Krauss in drei Gruppen auf: Erstens die Großkonzerne, denen die wirtschaftlichen Interessen in mohammedanischen Ländern wichtiger sind als die individuellen Menschenrechte und die ihren immensen Einfluss auf Politik und Medien einsetzen um zu verschleiern statt aufzuklären Zweitens gewichtige Kreise innerhalb der christlichen Kirchen, die sich zu Fürsprechern von islamischem Religionsunterrichts und der Zulassung islamischer Speise- und Kleidungsvorschriften in Schulen, Kindergärten und Hochschulen machen und sich für den Moscheebau einsetzen, wodurch sie sich eine „Rückkehr zur Religiosität“ erhoffen und somit auch einen eigenen Machtzuwachs. Als dritte Gruppe macht Krauss die politische Klasse und die Parteien aus, die einerseits auf das wachsende Wählerpotential der Mohammedaner schielen und andererseits den wirtschaftlichen Interessen der Großkonzerne ausgeliefert sind. In allen drei Bereichen gilt es anzusetzen.

Dass der angekündigte Günther Wallraff kurzfristig seine Teilnahme absagte – für Insider keine Überraschung – war zu verschmerzen. Die von den Konferenzteilnehmern verabschiedete „Abschlusserklärung der kritischen Islamkonferenz“, deren Inhalt ich Wort für Wort unterschreibe, enthält Forderungen, die eigentlich für jeden aufrechten Demokraten eine Selbstverständlichkeit sein müssten. Es wird sich erweisen müssen, ob diese Erklärung jemals irgendwo nachhaltige Wirkung erzielen wird. Man möge es sich wünschen. Während Hartmut Krauss die kritische Islamkonferenz gerne nächstes Jahr fortsetzen möchte, erklärte Michael Schmidt- Salomon, dass die Giordano-Bruno-Stiftung statt dessen plant, im nächsten Jahr den zweihundertsten Geburtstag Darwins zum Thema einer Konferenz zu machen.

Es bleibt abzuwarten, ob sich Teile der linken islamkritischen Szene von überkommenen Vorurteilen lösen können, um so auch Bündnisse mit Islamkritikern aus der Mitte der Gesellschaft einzugehen, oder wie der zu Unrecht ausgegrenzte Rolf Stolz es vor Jahren schon formuliert hat: Eine Bündelung der Kräfte durch eine Regenbogenkoalition aller demokratischen Islamkritiker. Die BÜRGERBEWEGUNG PAX EUROPA e.V. unterstützt indes eine einmal jährlich stattfindende Fortsetzung der „Kritischen Islamkonferenz“ unter Einbeziehung aller demokratischen, islamkritischen Organisationen.

2. Juni 2008

Conny Axel Meier
Bundesgeschäftsführer
BÜRGERBEWEGUNG PAX EUROPA e.V.

http://www.buergerbewegung-pax-europa.de/

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