Islamkritiker & Islamkritiker

Eine „Kritische Islamkonferenz“ soll in ein paar Tagen stattfinden. Weil einer der profiliertesten Islamkritiker aus dem im weitesten Sinne linken Spektrum in der falschen Zeitung schreibt, wird er ausgeladen. Weil die Veranstalter „Rechte“ sind? Nein, weit gefehlt. Das sind alles im weistesten Sinne Linke, also Leute, die immer das Wort „Toleranz“ im Munde führen, solange andere das dulden sollen, was auf ihrer Agenda steht.

Was hat nun der Missetäter getan? Sein Vergehen besteht darin, daß er regelmäßig für die konservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ schreibt, die den Linken seit langem ein Dorn im Auge ist, weil sie sich so nahrhaft vom politisch korrekten Dosenfutter abhebt, mit dem das Volk nach dem Willen derer, die die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, abgespeist wird. Und warum schreibt der Missetäter dort (er heißt übrigens Rolf Stolz, ist Mitglied der Grünen und einer ihrer Mitgründer)? Er warnt vor der Islamisierung Europas, mahnt Besinnung auf die abendländischen Werte an, kurz: er ist ein linker Patriot, der ein Forum dort findet, wo die Toleranz noch zu Hause ist (wer sich ein eigenes Bild machen will, schaue ins JF-Archiv).

Ich habe Rolf Stolz zuerst durch eines seiner Bücher kennengelernt, „Kommt der Islam?“ (Teilexzerpt), dessen zentrale These sehr anschaulich in drei Kapiteln ausgebreitet wird, die darlegen, warum der Islam unvereinbar mit Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist, den Grundwerten der Aufklärung. Es ist bis heute das Buch, das ich – obwohl es schon über zehn Jahre alt ist – all jenen empfehle, die in die Thematik einsteigen wollen.

Später lernte ich Rolf Stolz auch persönlich kennen und traf einen sehr feinsinnigen, stets wohlüberlegt sprechenden Menschen, dem zuzuhören sich lohnt. Er war es dann auch, der auf dem Islamkritikertreffen des „Bundesverbands der Bürgerbewegung“ 2005 als Gastredner sein Konzept einer Regenbogenkoalition der Islamkritiker als breitgefächertes Aktionsbündnis demokratischer Kräfte vorstellte. Stolz wies dabei auch auf die Gefahr des Scheiterns eines solchen Bündnisses von Kräften höchst unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Couleur durch zu starke Betonung der Unterschiede hin. Offenheit, Toleranz und die Fähigkeit zum Aushalten von Konflikten seien gefordert.

Die nach ihrer zur Schau gestellten Intoleranz nur noch als „sogenannte kritische“ Islamkonferenz zu bezeichnende Versammlung, die da am Wochenende in Köln tagen will, hat sich schon vor Beginn der kritischen Solidarität partiell Andersdenkender und damit der Breitenwirkung beraubt. Mit Leuten, die wohltönend von ihrer „emanzipatorischen Zielsetzung“ reden, aber mit der kleinkarierten Engstirnigkeit Ewiggestriger handeln, ist kein Staat zu machen.

Dokumentation: Der eMail-Wechsel zwischen Rolf Stolz und der Vorbereitungsgruppe der Konferenz.

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