Archiv für August, 2008

Unterschiede zwischen Christentum und Islam aus theologischer Sicht

Der heutige Tiefststand der geistigen Freiheit in unserem Lande führt zu so absurden Situationen wie dieser, daß mich ein evangelischer Pfarrer bittet, seinen Text über die geistige Auseinandersetzung mit dem Islam zu publizieren, ohne daß seine Identität bekannt wird. Dem komme ich natürlich gerne nach.

Der Text ist insofern von Bedeutung, als er zeigt, daß aus den reinen Glaubensgeboten anthropologische und politische Weiterungen entstehen. Im Falle des Islam sind hier zu nennen: Ablehnung des Individualismus aufgrund eines Unterwerfungsgebots unter den Willen Allahs, gesellschaftliche Diskriminierungen, Streben nach Dominanz und politischer Herrschaft. Der Islam ist eben, wie Literatur-Nobelpreisträger V.S. Naipaul sehr richtig betonte, „nicht einfach eine Frage des Bewußtseins oder des persönlichen Glaubens. Er stellt Herrschaftsansprüche.“

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Ein deutscher Pfarrer

Zur geistigen Auseinandersetzung mit dem Islam

Da die westliche Kultur neben anderen auch starke jüdisch-christliche Wurzeln hat, ist bei der heute gebotenen Auseinandersetzung mit dem Islam unbedingt der theologische Aspekt mit einzubeziehen. Das jüdisch-christliche  Gottes-, Welt- und Menschenbild ist nicht kompatibel mit dem des Islam. Einige wesentliche Hinweise seien genannt:

  1. Allah ist nach dem Koran und der Sunna der ferne Gott, der unendlich hoch über den Menschen steht und sich nicht persönlich an Menschen bindet wie der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bzw. der Vater Jesu Christi, der in Jesus Mensch geworden ist. Die biblischen Bezeichnungen Gottes als „Vater“ und als „Liebe“ fehlen unter den 99 schönsten Namen Allahs.
  2. Das für die Bibel konstitutive Gottesbild der Trinität Gottes lehnt der Islam als polytheistisch ab, abgelehnt werden  auch das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi. Allah verflucht denjenigen, der dies glaubt. Jesus Christus ist nicht Gottes Sohn und Erlöser, sondern als Prophet nur ein Mensch, nur ein Vorgänger Mohammeds, der das „Siegel“ aller Propheten ist.
  3. Eine individuelle Heilsgewißheit wie in der Bibel gibt es für den Menschen im Islam nicht. Die Garantie einer Heilszusage würde die Souveränität Allahs einschränken. Nach Sure 19,71f schickt Allah sogar jeden, der an ihn glaubt, in die Hölle und nimmt nur den wieder heraus, der fromm war. Wer aber ist fromm genug? Zu Beginn aller Suren des Koran (außer der 9.Sure) wird Allah der „Erbarmer“ und „Barmherzige“ genannt. Eine Tat des Erbarmens und der Barmherzigkeit wie in der Bibel durch den Tod Jesu Christi gibt es aber nicht.
  4. Aufgrund der völlig konträren Gottesaussagen ist Allah nicht identisch mit dem Gott der Bibel. Allahs Selbstaussage als der listigste aller Listenschmiede (Sure 3,54) trifft nach der Bibel nur auf die Schlange zu (Sündenfall, Gen. 3,1). Da der Koran  Wort für Wort als von Allah inspiriert gilt (im Gegensatz zur Bibel, die nach islamischer Auffassung gefälscht ist), muß diese Selbstaussage Allahs als voll gültig angesehen werden.
  5. Der Mensch ist nach islamischer Auffassung nur Sklave Allahs (Islam: Unterwerfung, Kapitulation, woraus dann Frieden mit Allah erhofft wird). Er ist demnach nicht wie in der Bibel Gottes Ebenbild oder Gottes Kind , d.h. Gottes wichtigstes Geschöpf, ausgestattet mit Ehre und Herrlichkeit, nur wenig niedriger als Gott selbst (Psalm 8,6).
  6. Allah fordert strikte Unterwerfung unter seinen Willen. Das gilt für die gesamte Menschheit. Nach dem „Warum“ zu fragen, steht dem Menschen nicht zu. Das Gottesgesetz der Scharia regelt alle religiösen und weltlichen Angelegenheiten. Freiheit erlangt im islamischen Sinne nur der, der sich Allahs Gesetzen unterwirft. Die biblische Vorstellung vom autonomen Menschen, der sich freiwillig Gott zuwendet (Gleichnis vom verlorenen Sohn), ist dem Islam fremd.
  7. Der gesellschaftliche Status des Menschen definiert sich im Islam in drei Kategorien:
    • Mit vollen Rechten und voller Wertigkeit ausgestattet ist nur der freie muslimische Mann, der Frau kommt nur die halbe Wertigkeit zu.
    • Juden und Christen stehen als „Schriftbesitzer“ unter ihnen, und zwar in der Position der Dhimmis, d.h. Menschen zweiter Klasse. Im Koran und in der Sunna gibt es zahlreiche antijüdische und antichristliche Aussagen.
    • Ein „Nicht-Mensch“ der noch unter dem Vieh steht, ist der Polytheist und der Konvertit (Sure 8,20-22,55).


    Nach der Bibel bezieht sich die Gottesebenbildlichkeit des Menschen dagegen auf alle Menschen, gleicherweise auch auf Mann und auf Frau, wobei die Frau Gehilfin des Mannes ist, und der Mann Verantwortung für die Frau hat, die in der Ehe wahrzunehmen bis hin zum Einsatz des eigenen Lebens des Ehemannes führen kann (Eph. 5,25ff).

  8. Der Islam bevorzugt nicht das Individuum, sondern absoluten Vorrang hat das Kollektiv der Umma (weltweite islamische Gemeinschaft). Der einzelne ist über die Struktur der Familie fest in sie eingefügt, Väter, Brüder, Onkel usw. vertreten Allahs Autorität auf Erden. Unbedingter Gehorsam ihnen gegenüber ist gottgegeben. Die biblische Aussage:  „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn.“ ( Eph, 6,4) ist islamischem Denken  fremd.
  9. Dem biblischen Auftrag  „Macht euch die Erde untertan.“ wird im Islam die  Verheißung  gegenübergestellt , die ganze Erde werde dem „ Haus des Islam“ unterworfen werden. Eine welt- und gesellschaftliche Kompetenz gesteht Allah dem Menschen nicht zu. Idealziel ist die islamische Theokratie. Die Aussage Jesu, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist (Matth. 22,21), ist im Islam undenkbar. Religion und Politik sind untrennbar verbunden.
  10. Im Bemühen auf dem Wege zur Weltherrschaft, die zu erreichen dem Moslem als Gebot Allahs aufgetragen ist (dschihad, heiliger Krieg, im Sinne von Eifer und Anstrengung und ebenso im Sinne des militärischen Kampfes), darf dieser in Zeiten der Bedrängnis für Allah lügen (arab: taqiya, Sure 16,106 u.a.), darf seine wahren Absichten übermächtigen Gegnern gegenüber verschleiern. Dem steht die Aussage Jesu in der Bibel entgegen, das Reich Gottes sei nicht von dieser Welt, zudem untersagen die Zehn Gebote und die Bergpredigt jede Lüge. Für die Erringung der Weltherrschaft darf der Moslem auch töten(Sure 8,17 u.a.). Den heiligen Krieg des Alten Testaments dagegen hat Jesus durch sein Wort aufgehoben: „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen.“ (Matth. 26,52)  Im Koran werden genau entgegengesetzt zur Bibel die Friedensverse der Mekka-Zeit  durch den Schwertvers Sure 9,5 aus  der späteren Medina-Zeit Mohammeds aufgehoben ( Prinzip der Abrogation, arab: naskh). Grundsätzlich gültig sind daher die Kriegsverse der Medina-Zeit, die Friedensverse der Frühzeit Mohammeds gebraucht man, solange der Islam noch schwach ist.

Fazit:

Der Islam ist eine strenge Gesetzesreligion , im Unterschied zum Christentum, das eine Gewissens- bzw. Erlösungsreligion ist. Eine Harmonisierung beider Religionen im Sinne einer „Abrahamitischen Ökumene“ ist nicht möglich.

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„Gegen die feige Neutralität“ erschienen

In der Basilisken-Presse Marburg ist soeben der Sammelband Armin Geus/Stefan Etzel (Hrsg.): Gegen die feige Neutralität. Beiträge zur Islamkritik erschienen (276 Seiten, 24 Euro; ISBN 3-925347-98-5); Buchhandel oder Basilisken-Presse.

jüngste Rezension: buchtest 22.4.09

Die Beiträge des Bandes sollen ein möglichst breites Spektrum der Positionen abdecken und stammen u.a. von Thomas Bargatzky, Ralph Giordano, Siegfried Kohlhammer, Hartmut Krauss, Michael Miersch, Hubertus Mynarek, Tilman Nagel, Klaus Rainer Röhl, Günter Rohrmoser, Herbert Rosendorfer, Hiltrud Schröter, Rolf Stolz.

Kernaussage des namengebenden Artikels von Karl Doehring: Eine strikte Neutralität der Staatsgewalt kann es nicht geben, und es können nicht zwei sich widersprechende Religionsauffassungen gleichermaßen Geltung beanspruchen. Die Rechtsordnung kann nur eine einzige Antwort geben. Daß dies bis heute (noch) nicht geschieht, ist Ausdruck von Feigheit und Entscheidungsschwäche des Staates, der sich vor der Einsicht drückt, daß strikte Neutralität gegenüber allen Kulturen und Religionen schlicht unmöglich ist.

Anmerkung: Diesen Gedanken hat der holländische Schriftsteller Leon de Winter schon nach der Ermordung Theo van Goghs sehr schön auf den Punkt gebracht: „Seit den sechziger Jahren machen wir uns selbst weis, alle Kulturen seien gleichwertig. Wenn das so wäre, wäre Kannibalismus nur eine Frage des Geschmacks.“

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14.8.08: Und schon ist die erste Rezension erschienen, die verblüffend differenziert den Inhalt des Bandes analysiert, ohne ihn zu kennen ;-) Ein glänzendes Beispiel für den „vorsätzlichen Wunsch, nicht zu verstehen“ – mein Kommentar .

17.8.08: Eine ernsthafte, ausgewogene Rezension von Gudrun Eussner ließ allerdings nicht lange auf sich warten, in welcher auch der Erstrezensent und Konsorten sein Fett wegbekommt.

26.9.08: Und hier die Besprechung in der „Jungen Freiheit“, des einzigen deutschen Blattes, welches das Buch besprach. Wir leben ja in einer Gesellschaft der Meinungs- und Informationsvielfalt.


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Inhalt

1. Die Lage erkennen

Karl Doehring: Gegen die feige Neutralität

Günter Rohrmoser: Eine deutsche Debatte. Der türkische Ministerpräsident besucht seine Landsleute

Carl Lang: Warum ich gegen eine Islamisierung Europas bin, oder: die Gottlosen im Angesicht Allahs

Aloysius Winter: Wider die schleichende Islamisierung Europas

Herbert Rosendorfer: Tötet für Allahs Pfad (Sure 2, 191)

Ralph Giordano: „Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem“

Zwischenruf I

Michael Rumpf: Rhapsodische Anmerkungen zu Entscheidung, Identität und Integration

2. Islam oder Islamismus

Hubertus Mynarek: Ursprung und Heilige Schriften von Christentum und Islam im Vergleich

Hiltrud Schröter: Allahs Irrleitung

Hartmut Krauss: Eine kurze Betrachtung der islamischen Herrschaftskultur und des aktuellen Radikalislam | Buchrezension

Thomas Junker: Der Islam und die modernen Selbstmordattentate

Rolf Stolz: Zehn Thesen zum Islamismus

Helmut Zott: Islam, eine Religion des Friedens?

Stefan Etzel: Was heißt „toleranter Islam, dem Toleranz gebührt“?

Tilman Nagel: Kann es einen säkularisierten Islam geben?

Zwischenruf II

Christine Schulz: (m)

3. Zuwanderung – Islamisierung – Integration

Klaus Rainer Röhl: Islam – Haus des Krieges?

Thomas Bargatzky: Islam, Nationalstaat und Aufstiegsassimilation

Björn Schumacher: „Wir Muslime sagen Nein zum deutschen Islam!“

Siegfried Kohlhammer: Tariq Ramadan: A Pyromaniac Fireman (or: la résistance dans la collaboration) – a polemic

Anne Siegfried: Islam und Religionsfreiheit

Paul Gottfried: Islamisierung & therapeutischer Staat

Michael Miersch: Die Linke und der Dschihad

Daniel Pipes: Wird Europa der Islamisierung Widerstand leisten?

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Vorwort

Nach der denkwürdigen Rede des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in der Köln-Arena am 1O. Februar 2008 wird kein Mensch mehr behaupten können, er habe nicht gewusst, welche Ziele mit der zunehmenden Islamisierung langfristig verfolgt werden. „Niemand kann von Ihnen erwarten, dass Sie sich einer Assimilation unterwerfen“, rief er fast 20 000 seiner jubelnden Landsleute zu, „denn Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!“

Bundeskanzlerin und Innenminister, die den am 12. Juli 2007 verabschiedeten Nationalen Integrationsplan , in dem übrigens nirgendwo von Assimilation die Rede ist, jährlich mit 750 Millionen Euro aus Steuergeldern finanzieren, hielten sich bedeckt; wie immer in solchen Situationen fehlte ihnen der nötige Mut, unverzüglich zu reagieren und die provokanten Äußerungen energisch zurück zu weisen. In der Bevölkerung hingegen wurde der Aufruf genau registriert und offenbar auch erkannt, dass der wohlverstandene Integrationsprozess , zu dem sich angeblich alle Muslime bekennen, nicht wirklich gewollt wird. Der Unmut wächst und die Tatsache, dass sich entschiedener Widerstand unabhängig von weltanschaulichen Überzeugungen beziehungsweise parteipolitischen Standpunkten organisiert, beweist noch einmal mehr, wie unbrauchbar inzwischen die alten Schlagworte von Rechts und Links geworden sind.

Der Plan, eine Anthologie mit Texten kompetenter Islamkritiker und Beiträgen aus der persönlichen Sicht besorgter Bürger zu publizieren, ist daher mit viel Beifall und Zustimmung aufgenommen worden. Innerhalb kurzer Zeit war es gelungen, eine Reihe angesehener Historiker, Islamwissenschaftler, Juristen, Philosophen und Theologen als Mitarbeiter zu gewinnen. Außerdem verweisen kultur- und religionsgeschichtliche Essays ebenso wie sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Analysen auf die unterschiedlichen Aspekte einer unvermeidlichen Debatte, der sich kaum jemand zu entziehen vermag.

Die Herausgeber danken allen Autoren und dem Verlag für die großzügige Ausstattung des vorliegenden Bandes.

Prof. Dr. Armin Geus & Dr. Stefan Etzel im Juli 2008

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